anGedacHt im Februar 2006

An einem wunderschönen Tag gaben sich zwei Menschen das Jawort. Nach der Trauung ging es zu Freier. Es waren sogar ein extra Wirt und einige Kellner engagiert. Das Haus war voll und prächtig geschmückt. Es wurde viel gelacht. Und wer schon einmal auf einer Hochzeit war, weiß auch, dass da viel getrunken wird – meistens ist das Wein.
Noch weit vor Mitternacht geht dieser plötzlich aus.
Nix zu trinken mehr da?
Sollte doch die Nacht noch lang werden und hier und da ein Tost auf das frisch vermählte Ehepaar gegeben werden. Miese Stimmung macht sich breit. „Da wollte wohl einer sparen?“
Tönt es von irgendwo her.

Doch was geschieht dort? Am rechten Tafelende, dort, wo eine Gruppe von Männern sitzt?
Ein Mann zeigt auf sechs große wunderschöne Steinkrüge. Das waren so richtig alte. Vermutlich wurden diese schon lange nicht mehr benutzt. Dann hört man den Mann etwas zu den Kellnern sagen: „Füllt diese Krüge dort mit Wasser!“
„Mit Wasser?“, denkt sich manch einer. „Was soll das denn werden.“
Etwas verdutzt schauen die Kellner schon zu ihm herüber, tun aber was er verlangt.

„Und nun – bringt sie zum Wirt!“, lautet die nächste Aufforderung des Herrn aus der Männerrunde.
Nichts ahnend nimmt der Wirt die Krüge und murmelt in seinen Bart. „Ah, jetzt wenn schon alle halb betrunken sind, lässt der Bräutigam die Massenware kommen. Wird wohl mehr Saft als Wein sein. Fusel..., aber ich werd’ ihn mal kosten.“
Er kostet und stellt fest: „Boah, was für ein Tropfen, edelste Marke. Und das hält der Bräuti-gam bis zum Schluss zurück?!“

Der Wein wird verteilt und die Kellner schauen noch verdutzter als vorher, waren sie doch überzeugt noch nichts getrunken zu haben, kosteten sie spätestens jetzt das liebliche Getränk.
Die Gruppe Männer um den besagten herum, wussten aber, woraus dieses Wunder passiert war. Denn hierbei handelte es sich um die Anhänger dieses Mannes, seine Nachfolger.

Denn dieser Mann war Jesus Christus.*


Eigentlich ist das hier eine recht lapidare Sache. Aus Wasser mach Wein. Klingt ein bisschen wie aus Stroh mach Gold. Aber vermutlich wäre das für Jesus auch kein größeres Problem gewesen.
Denn diese Geschichte will eines zeigen. Für Jesus gibt es keine Probleme, Fragen oder Bitten, die zu klein, zu billig, zu primitiv oder zu nebensächlich wären, als dass sie nicht zur Sprache gebracht werden sollten.

Die Welt hat sicher schon weltbewegendere Ereignisse gesehen. Aber Jesus geht es eben nicht immer darum, die ganze Welt zu bewegen, sondern darum unser Herz zu verändern.
Ich finde, dass er sogar Humor zeigt, wenn er für Wein-Nachschub sorgt, nicht damit sich alle die Kante geben, aber damit die Stimmung nicht gedrückt wird – erst recht nicht bei einer Hochzeit.

Neulich bin ich innerhalb eines Verkehrsverbundes Zug gefahren. Das heißt, man stempelt vorher am Bahnhof seinen Fahrschein. Wenn ich Zug fahre, dann bin ich es aber gewohnt, dass ich einen Fahrschein kaufe und mich in den Zug setze, ohne noch einmal zu stempeln.
Als der Schaffner kam, wurde mir plötzlich ganz anders. Denn mir fiel ein, dass ich eben dieses Mal hätte stempeln müssen.

„Ich, äh, ....ähm. ...ja.... eigentlich,..... ich stemple immer, nur irgendwie, .... .
Hä ich versteh das nicht,... warum hab ich nicht..., ähm, ... .“

„Sie wissen was das kostet?“, entgegnete mir der Kontrolleur. „Ähm, ...ja, ...also hinzu hab ich auch und ich hatte ja auch am Bahnhof genug Zeit.“
Große Augen blickten mich an und als ein dazu gekommener Security sich neben mir aufbäumte, sah ich mich vor meinem inneren Auge, wie mich ein Fußtritt nach draußen beförderte.

„Ich habe ja auch meinen Rückfahrschein hier, ...äh, ...also, ...eigentlich, ...nur,...“
Ich war wie gelähmt. Eine Anzeige kann ich jetzt nicht gebrauchen.
Der Schaffner nahm sich meinen gestempelten Hinfahrtfahrschein und sah sich meinen ungestempelten Rückfahrschein an und sagt: „Mhm,... eine Rückfahrt hat er sich gekauft und die Hinfahrt ist gestempelt.“ Er holte tief Luft: „Eigentlich darf ich das nicht machen, aber ich drück mal ein Auge zu.“ Er knipste den Fahrschein ab und schrieb eine Uhrzeit darauf. Ich sagte nur noch: „Daaannnkee“, und mir fiel nicht nur ein Stein vom Herzen, der Zug wäre fast zur Entgleisung gekommen.

Die Welt hat sicher schon weltbewegendere Ereignisse gesehen. Für mein Verständnis hat mich Jesus hier rausgeholt und ich bin ihm und dem Schaffner dankbar.
Das klingt vielleicht komisch, oder nach einem Zufall, aber ich glaube, dass Gott mir diesen Zufall hat zufallen lassen. Für mein ganzes Leben gesehen, eine kleine Sache. Für diesen Tag eine Große. Für Jesus, der versprochen hat immer bei seinen Anhängern zu sein eine Selbstverständlichkeit.

Wo erlebst du Jesus in deinem Alltag? Wo geschehen Dinge ‚scheinbar nur’ ganz zufällig? Steckt vielleicht mehr dahinter? Will uns da EINER Mut machen, mit begründeter Hoffnung in unseren manchmal trüben Alltag zu gehen?

Sicher soll das jetzt nicht heißen, einfach mal absichtlich schwarz zu fahren.

Aber wo kannst du deinen Alltag dem Allmächtigen Gott anvertrauen?
Ich bin mir sicher, Gott will dir in deinem Leben in scheinbar kleinen Dingen zur Seite stehen, wie auch große Ereignisse mit dir durchleben.
Frag IHN!

Euer Matthias
[Alter Fuchs]


*Nach der Geschichte: „Die Hochzeit zu Kana“ aus dem Johannesevangelium Kapitel 2 Verse 1-12