anGEdacHt im Monat März 2006

„Wo habe ich den meinen Rasierer hingelegt? Mhm, im Bad liegt er nicht, weder am Fenster noch auf der Ablage. Im Wohnzimmer auf dem Schreibtisch liegt er auch nicht. Habe ich ihn vielleicht schon eingepackt? ...
Nein, in der Tasche ist er auch nicht. So ein Sch.... ich muss los, ich verpass meine Bahn.
Hektik – wo ist er nur. Alles habe ich eingepackt, nur meinen Rasierer finde ich nicht.
Das wäre schon blöd, wenn ich die kommenden Wochen ohne ihn auskommen müsste. Nicht, dass mein Bartwuchs so stark ist, dass ich übermorgen mit Vollbart dasitze. Aber in spätes-tens einer Woche sehe ich im Gesicht dann doch etwas ungewohnt aus, um’s milde auszudrücken. ...
Wo ist er nur – und noch einmal suche ich alle Stellen ab, an denen er liegen könnte – Fehlanzeige. Ich steh unter Stress und die Zeit verrinnt.
Gut dann schaffe ich zumindest meine Taschen schon mal in den Flur.
- Ups, was liegt denn da, unter meiner Laptoptasche? – Mein Rasierer, na bitte.
Irgendwie ...dann doch erleichtert, erreiche ich mein Bahn.“

Wer kennt das nicht, man sucht sich duselig nach irgendeiner Sache, die man irgendwo hingelegt hat. Seien es die Auto- oder Hausschlüssel, oder das Portmonee, die Medizin oder die Brille, die dann doch auf der Nase sitzt.
Und man könnte ausrasten, weil man doch noch sooo viel zu tun hat, oder eben los muss.
Und dann findet sich endlich das gesuchte Objekt und es fällt einem ein Stein vom Herzen.
Ja – man ist sogar überglücklich.

Neulich suchte meine Frau ihren Kalender. Ich glaube sie suchte ihn zwei Tage lang – vergebens. Dabei wohnt sie schon nur in einer knapp 30m2 großen WG. Sämtliche Adressen, Telefonnummern, Geburtstage und Studieninfos stehen dort drin...
Sie hatte die Suche schon fasst aufgegeben und ging davon aus, ihren Terminplaner letztens im Zug liegen gelassen zu haben. Und dann, ganz plötzlich hebt sie die Stiftebox neben dem Drucker hoch – und huch, was liegt denn da?
Diese Erleichterung und Freude kann man sich nur allzu gut ausmalen.

Kann man Gott auch so intensiv suchen? Kann man Gott überhaupt finden? Und gibt es einen Grund zum freuen, wenn man ihn gefunden hat?
In der Bibel gibt es einen Vers, der mir immer wieder Mut macht, nach Gott zu suchen.
Da heißt es: „Wenn wir Gott von ganzem Herzen suchen, dann will er sich von uns finden lassen.“1
Von ganzem Herzen suchen, sowie ich meinen Rasierer suchte, so wie man den Auto- oder Hausschlüssel, das Portmonee, die Medizin, die Brille oder den Terminplaner sucht.
Gott suchen, weil man ihn, wie die Dinge des alltäglichen Bedarfs, braucht.
Besteht doch das Leben und Sterben aus mehr, als aus nur ein paar materiellen Dingen, die unser Leben verbessern wollen.
Ich selbst habe im Alter von 17, verstärkt mit 19, angefangen nach Gott zu suchen.
Damals hatte ich wenig Sinn und Perspektive für mein Leben gefunden, die Schule hat ich echt besch.... beendet, eine Ausbildung war nicht im Blick und eine Frau, die ein Leben mit mir wagen könnte, erst recht nicht. Ein Hang zur Kriminalität war eher vorhanden, als einer zur Nächstenliebe.

Heute kann ich sagen, dass Gott mir begegnet ist, nicht mit großem „Trara“ oder durch irgendwelche Wahnsinns-Wunder, aber nachdem ich angefangen hatte zu sagen: „Gott hier ist mein Leben, mach was draus.“ Da nahm mich Gott beim Wort.
Zuerst hatte Gott nix besseres zu tun, als mir aufzuzeigen, was in meinem Leben unter anderem schief gelaufen war, ...das war schmerzhaft. Aber irgendwie zeigte mir das, dass ich diesen Gott echt brauchte. Ja, ich wollte mehr von ihm, ich suchte ihn, und wollte nicht aufhören, bis mein Leben in seine Bahnen geriet.

Heute bin ich verheiratet und befinde mich kurz vor dem Abschluss eines Studiums zum hauptamtlichen Verkündigungsdienst. Ich bin stolz, was Gott aus mir gemacht hat. Wenn Leute von früher hören, wie ich heute bin, dann wollen sie dies oft nicht glauben, ...doch mein Leben hat sich geändert. Gott hat es durch Jesus Christus geändert.

Die Suche nach IHM hat sich gelohnt und ich bin echt froh darüber, dass ich gefunden habe, wonach mein Leben gesucht hat. Die Freude über das Wiederfinden des Rasierers war weit aus geringer.
Ein Leben mit Gott muss allerdings nicht immer heißen, den selben privaten und beruflichen Weg einzuschlagen wie ich und auch nicht, dass ein Leben mit „Friede, Freude, Eierkuchen“ beginnt, aber ein Leben mit Jesus Christus in der Mitte, macht Sinn.
Jeder, der es erlebt hat, kann dies bezeugen. Was ist mit Dir, Lust darauf?

Dein Matthias

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1 nach Jeremia 29 Verse 13 und 14 (Altes Testament, Lutherbibel S.749)