anGEdacHt im Juli 2006

Ohne Gott und Sonnenschein, bringen wir die Ernte ein.“ So oder so ähnlich lautete einst in der DDR ein sozialistischer Propagandaspruch. Gott verleugnen und totschweigen und in der Natur schon gar nicht auf ihn angewiesen sein. Mit eigener Körper- und Willenskraft alles schaffen wollen. Dieser Versuch, den Atheismus in den Himmel zu heben, ging mächtig in die Hose. ...
Die darauf folgende Ernte war schlecht wie kaum eine zu vor. Die Lebensmittelproduktion lag dar nieder und hatte starke Verluste.

Der diesjährige Sommer verspricht endlich mal wieder sonniger zu werden. Schon das Frühjahr brachte reichlich Sonne. Hinzu kommt noch, dass es in fast regelmäßigen Abständen den Einen oder Anderen Regenguss gibt. Das Obst und Gemüse wächst und sprießt, selbst die Weinbeeren (wer welche hat) könnten, bei der Menge an Sonnenlicht, diesen Herbst was werden.
Alles von ungefähr? Rein zufällig? Plumps und da war es?

Die DDR war einst ein Staat, der sich nur allzu sehr darauf bedachte, alles abzulehnen, was mit Gott, und besonders mit Jesus, in Verbindung gebracht werden konnte. Und trotzdem gab es viele Christen, die sich auf oft abenteuerliche Weise trafen und Bibeln und andere christliche Literatur in den nahen und fernen Osten schmuggelten. Einen gewaltsamen Aufstand von Seiten der Christen gab es hingegen eher nicht.
Schaut man da in der Geschichte noch weiter zurück, sieht es da ganz anders aus.
Drittes Reich – einige Christen der „Bekennenden Kirche“ hatten sich mit Dietrich Bonhoeffer versammelt, um ein Attentat gegen Hitler zu planen und durchzuführen.
Jener Führer war dabei, das Volk der Juden auszuradieren und die christliche Kirche und ihre Hierarchie zu unterjochen - gleichzuschalten. Seine Art des Verständnisses von Glauben kam eher einer gewissen Verleugnung gleich.

Doch Deutschland war nicht das einzigste Land, das Andersdenkende unterdrücken wollte. Russland und Rumänien beispielsweise erfahren nur langsam die Freiheit des Denkens und des Glaubens.
Menschen in Ländern wie China, Chile und Kuba haben heute noch in großen Teilen mit dem Kommunismus zu kämpfen. Christenverfolgung oder auch an sich Verfolgung von Menschen, die das staatliche Gedankengut nicht teilen, ist da keine Seltenheit.
Mit ganz ähnlichen Verfolgungen, aber aus meist religiösen Gründen, reihen sich hier viele islamische Länder ein.
Während hier in Deutschland Moscheen, nach dem Grundgesetz der Religionsfreiheit und unter Schutz des Staates, gebaut werden dürfen, werden in manchen dieser Länder (sicher nicht in allen) Menschen angeklagt, weil sie eine Bibel besitzen oder lediglich von ihrem Glauben erzählen.
So sieht man, dass das Verständnis von dem, was erlaubt sein sollte und unterstützt wird - und was nicht, doch sehr unterschiedlich sein kann.

Doch sehen wir das ganze Spektrum. Religionsfreiheit bedeutet auch, dass wir als Christen unseren Glauben frei ausleben dürfen - jedenfalls, solang wir keine Menschenrechte beeinträchtigen.
Wir organisieren öffentliche Veranstaltungen mit missionarischem Charakter, wir dürfen christliche Literatur kaufen und lesen, wir dürfen von unserem Glauben erzählen usw.

Ist uns diese Freiheit bewusst? ... in Anbetracht der Länder mit Verfolgungen von Randgruppen ...
Nutzen wir als Christen diese Freiheit entsprechend?

Wir werden in unseren Bestrebungen zu weilen sogar unterstützt. Während anderswo, so auch damals in der DDR, bekennenden Christen oft jegliche staatliche Unterstützung versagt wurde, bekommen wir heute trotzdem noch alles, was wir brauchen.

Sind die Einkommensverhältnisse der Eltern nicht zu hoch, werden wir in Ausbildung und Studium in Form von Bafög unterstützt. Die Eltern bekommen zudem noch Kindergeld.
Sind wir arbeitslos, können wir Arbeitslosengeld oder Hartz IV erhalten.
Müssen wir berufsbedingt umziehen, wird auch dies vom Staat unterstützt - wir können sogar eine Starthilfe beantragen. Selbst die Bewerbungen werden bezahlt.

Klar, das Geld fliegt einem nicht einfach so zu. Man muss sich drehen. Es sind einige Anträge. Und ich weiß, wovon ich rede. Denn da ich ja nun mein Studium erfolgreich beendet habe und bis zum Arbeitsbeginn, im über 500km entfernten Wuppertal, noch zwei Monate dazwischen liegen, beantragte ich Hartz IV.

Ich bin fast zwei Wochen ständig unterwegs gewesen, um auf allen Ämtern alles abzuklären.
Und trotzdem sage ich: „Mir geht es gut. Danke Staat.“ Trotz dieser vielen Quälereien, trotz dieser oft seltsamen Politik.
Und sage: „Danke, mein Gott, dass ich so frei in diesem Staat leben kann. Und das ich nicht verfolgt werde, dass ich nicht hungern muss und trotzdem zu den reichsten Menschen auf dieser Erde gehöre.
Ja, es wird Zeit dankbarer und damit zufriedener zu werden, anstatt alles zu negieren und nur zu schimpfen.
Dankbar gegenüber dem Staat und besonders dankbar gegenüber unserem Gott.

Und trotzdem ertappe auch ich mich, wie ich über diesen Staat schimpfe, über Politiker herziehe und lästere. Nein, ich bin gewiss kein besserer Mensch.
Aber ich möchte dankbar sein, mich einsetzen, wo ich kann und antworten, wenn ich gefragt bin (und sei es bei Wahlen).

Gebt dem Kaiser, was des Kaisers ist und Gott was Gottes ist.1 ...und... „Alle Obrigkeit ist von Gott.2 sagt die Bibel an zwei Stellen.
Was gehört dem Kaiser bzw. der Regierung - was bedeutet dieser Satz?
Und das mit der Obrigkeit ist ja auch so eine Sache, wenn man an die Geschichte denkt.

Was sagst du dazu?
Vielleicht können wir im „Inter Heiland Forum“ über diese Fragen ins Gespräch kommen.

Bis dahin wünsche ich allen schon mal einen wunderschönen und erholsamen Sommer.

Euer Matthias


1 Matthäusevangelium Kapitel 22 Verse 15-22. In der Lutherbibel Seite 31 (im neuen Testament)
2 Der Brief des Paulus an die Römer Kapitel 13 Vers 1. In der Lutherbibel Seite 192 (im neuen Testament)