anGEdacHt im November 2006
Alles begann im Jahre 1964. Die junge Deutsch-Kanadierin Margaret Fishback spaziert mit ihrem Freund am Strand entlang. Sie kannten sich erst sechs Wochen, doch sie besprachen bereits große Pläne. Sollten sie heiraten?
Der Wind blies das Wasser in Form von Wellen über den Sandstrand. Die von den beiden hinterlassenen Spuren wurden somit bei jeder Welle wieder verwischt.
Dieses Bild, ja dieser Eindruck, beschäftigte die junge, ...
...begabte Dichterin den ganzen Tag.
Es bildete sich in ihrem Kopf ein poetischer Text – ein Gebet, der unter der Überschrift „Spuren im Sand“ - ein Gespräch am Strand mit Gott - bekannt geworden ist.
Die Autorin verlor ihre Manuskripte und die geschriebenen Texte bei einem Umzug – dieser wichtige Karton, in dem die Dokumente verstaut waren, kam nie in der neuen Wohnung an. Über zwanzig Jahre später entdeckte sie in einer Buchhandlung in Washington ihr Gedicht leicht verändert wieder. Nun stand aber nicht ihr Name, sondern der eines anderen Autors darunter. Sie versuchte sich mit dem Verlag zu einigen, was misslang. Nun wurde es schwer zu beweisen, dass sie den Text einst selbst verfasst hatte.
Da tauchte ihre alte Hochzeitszeitung (von der einst geplanten Hochzeit) wieder auf, in der das Gedicht abgedruckt war. Nun wurde rechtsgültig festgestellt, dass Margaret Fishback Powers (wie sie seit ihrer Hochzeit hieß) die wahre Autorin ist.
Doch das war nur pro Forma. Zahlreiche Verlage und Autoren hatten verschiedenste Fassungen des deutschen Textes veröffentlicht. Als angebliche Autoren wurden Drafi Deutscher ebenso angeführt wie die Gemeinschaft von Taizé. Poster, Kerzen, Radiergummis, Briefpapier und anderer Kleinkram wurden mit der Poesie bedruckt und mit einem sandigen Fußabdruck verziert.
Der amerikanische Verlag, welcher Inhaber der englischen Rechte war, versucht juristisch dagegen vorzugehen. Inhaber der Rechte an der deutschen Übersetzung ist nun der Brunnen-Verlag in Gießen, in welchem Margaret Fishback Powers auch ihre Autobiographie veröffentlicht hat. Darin berichtet sie neben der Entstehung auch von den unschönen Auseinandersetzungen um die Rechte an diesem schönen Text. Vor allem geht es der Autorin darum, als solche genannt zu werden und das Gedicht originalgetreu wiederzugeben.
Eines Nachts hatte ich einen Traum:
Ich ging am Meer entlang mit meinem Herrn.
Vor dem dunklen Nachthimmel
erstrahlten, Streiflichtern gleich,
Bilder aus meinem Leben.
Und jedes Mal sah ich zwei Fußspuren im Sand,
meine eigene und die meines Herrn.
Als das letzte Bild an meinen Augen
vorübergezogen war, blickte ich zurück.
Ich erschrak, als ich entdeckte,
daß an vielen Stellen meines Lebensweges
nur eine Spur zu sehen war.
Und das waren gerade die schwersten
Zeiten meines Lebens.
Besorgt fragte ich den Herrn:
„Herr, als ich anfing, dir nachzufolgen,
da hast du mir versprochen,
auf allen Wegen bei mir zu sein.
Aber jetzt entdecke ich,
daß in den schwersten Zeiten meines Lebens
nur eine Spur im Sand zu sehen ist.
Warum hast du mich allein gelassen,
als ich dich am meisten brauchte?"
Da antwortete er: „Mein liebes Kind,
ich liebe dich und werde dich nie allein lassen,
erst recht nicht in Nöten und Schwierigkeiten.
Dort, wo du nur eine Spur gesehen hast,
da habe ich dich getragen."
Text: Margaret Fishback Powers
© Copyright 1964 Margaret Fishback Powers
© Copyright der deutschen Übersetzung 1996 Brunnen-Verlag Gießen, www.brunnen-verlag.de
Ein Gebet, dass eine Sehnsucht nach Gott beschreibt.
Besonders in Tagen, in denen Gott soweit weg zu sein scheint.
Ich glaube, in unserem tiefsten Innersten könnten wir ähnliche Fragen an Gott stellen.
Gott, wo bist du, und das Warum? ...
Aber finden wir auch solch eine Antwort?
Gott ist da! Er trägt mich, wenn ich nicht mehr kann!
Haben wir diese Gewissheit?
Ich wünsche das jedem von uns, denn Jesus verspricht es uns in seinem Wort, der Bibel.
„Ich bin bei euch alle Tage, bis an das Ende der Welt.“ (Matthäus Evangelium Kapitel 28 Vers 20)
Liebe Grüße
Euer Matthias
Das Buch zum Gebet und zum Leben der Autorin:
Margaret Fishback Powers; Spuren im Sand; Brunnen Verlag Gießen; 1996 (17.Auflage 2001); ISBN Nummer: 3-7655-1594-9