AnGEdacHt im Dezember 2006
Die Adventszeit ist wieder einmal angebrochen und Weihnachten steht vor der Tür.
Doch halt, was steht hier eigentlich vor der Tür?
Der größte Konsumrausch des Jahres? Oder der größte Arbeitsstress. Der meiste Streit in der Familie und auf Arbeit? Heißt es für andere wieder Einsamkeit pur, in einer Zeit, in der man sich, mehr denn je, nach Zweisamkeit sehnt. Oder ist es doch das so genannte Fest der Liebe, weil wir wenigstens für ein paar Tage mal wieder Friede, Freude, Eierkuchen machen um...
...an Heiligabend, mit wenigstens einigermaßen reinem Gewissen, in die Kirche zum Krippenspiel zu rennen.
Oder steckt mehr hinter dieser kuscheligen und nach Zimt riechenden Zeit?
Warum feiern wir nun dieses Fest?
In einer sehr interessanten Umfrage, in der 1000 Leute befragt wurden, kam nach einer Frage raus, das knapp über 60% das Fest zur eigenen Besinnung nutzen wöllten. Der Antwort einer weiteren Frage ergab, dass mehr als die Hälfte meinte, dass dieses Fest am besten geeignet wäre um mit sich selbst ins Reine zu kommen.
Wiederrum ergab eine Antwort: Nur 20% wollen oder können sich an den Feiertagen nicht an Kindheitsrituale erinnern. Für alle anderen bleibt das ein wesentlicher Bestandteil.
Antworten auf weitere Fragen ergaben, dass etwa ein Drittel sogar die Geschenke wegen des Einkaufstresses ganz abschaffen will und etwa jeder zehnte Weihnachten sogar ganz aus dem Kalender streichen wöllte.
Jeder achte hingegen, wollte sich um die Feiertage mehr Zeit für Familie und Freunde nehmen.
Interessante Meinungen und Ergebnisse zu einem Fest, das sowohl kommerziell als auch kalendarisch, in unserer Zeit nicht wegzudenken ist.
Selbst die Kirchen sind Jahr für Jahr immer wieder rappelvoll. Das Krippenspiel gehört in vielen Familien einfach dazu.
Ein schönes Märchen, das da vorn gezeigt wird. Immer wieder etwas anders aufgemacht. Im Grunde aber immer dasselbe.
Da geht ein junges Paar durch den kalten Winter, die Frau ist schwanger. Sie suchen eine Bleibe für die Nacht, finden aber lange nichts. Und dann gibt’s da doch noch einen sozialen Menschen, der die zwei noch zu den Kühen einquartiert.
Die Frau bekommt ihr Kind; kurz darauf kommen drei reiche Männer vorbei und lassen allerhand Kostbarkeiten da, alles ist Friede, Freude Eierkuchen – Harmonie auf der Bühne und zwischen den Zuschauern. Wir singen „Stille Nacht“ und alle gehen fröhlich nach Hause um die Heile Welt möglichst mitzunehmen.
Doch nach spätestens zwei oder drei Tagen ist wieder Schluss mit lustig.
Da heißt es dann wieder: „Blöde Kuh, immer willst du das Fernsehprogramm aussuchen“, oder: „Doofer Sack, du mit deinem öden Fußball, das kotzt mich an“, oder zum Kind: „Nie räumst du auf und mach gefälligst was im Haushalt mit!“
Nur herumkommandieren und Lieblosigkeit, alle Vorgaben die man sich vor Weihnachten genommen hat (siehe Umfrage) sind verflogen und haben rein gar nichts genützt.
So gesehen, können wir das Weihnachtsfest auch streichen. Das wäre billiger, wir sparen uns die Hektik, es muss kein Märchen eingeübt werden. Und inhaltlich geht ja wohl auch nichts verloren.
Schließlich meint ja auch der Papst, dass Christen und Muslime den einen Gott hätten. Wenn es so wäre, dann könnte Jesus, der bei den Muslimen keine Retterrolle ausübt, auch bei den Christen überflüssig sein. Und für einen Menschen, mit guten Taten, muss man ja wahrlich kein Fest veranstalten, das nur Stress und strapazierte Nerven provoziert.
Ist dem aber nicht so, dann sollten wir dringend überlegen was da an Weihnachten passiert.
Gehen wir in der Geschichte ein paar hundert Jahre zurück, können wir feststellen, dass Martin Luther die Weihnachtsgeschenke einst eingeführt hat.
Der Reformator der einst die Bibel übersetzte, fand dabei einen wesentlichen Teil heraus.
In Jesus brachte sich Gott als Mensch zur Welt, um den Menschen dieser Welt ein echt geniales Geschenk zu machen.
Es war bis dato gang und gebe, dass man um ein reines Gewissen zubekommen, einen Ablass bei der katholischen Kirche kaufte.
Getreu dem Zitat eines gewissen Tetzels: „Wenn die Münze in dem Kasten klingt, die Seele aus dem Fegefeuer in den Himmel springt." Das galt für Verwandte, aber gleichermaßen konnte man auch seine eigen Sünden und Ängste so loswerden.
Das Problem: dieser Spaß war immer ein recht kostenintensives Geschehen. Hatte man keine Knete, dann mussten eben ein paar Bußleistungen her, was in manchen Kreisen sogar zur Selbstgeißelung führte.
Schmerzen, hunderte Gebete oder Geld, um vor Gott und sich selbst ein reines Gewissen zu bekommen.
Luther fand durch das Lesen der Bibel heraus, dass dies anders gedacht ist – er entdeckte und verstand das Geschenk Gottes.
Denn an die Stelle von Opfern, Schmerzen, Bußleistungen, guter Taten, Spenden, etc... stellt sich Jesus Christus.
Er sagt in seinem Wort: „Kommt her zu mir alle, die ihr niedergedrückt und belastet seid: Ich will euch Ruhe schaffen.“1
Kommt her zu mir, die ihr in dieser hektischen und stressigen Welt mal wieder zur Besinnung kommt wollt.- Kommt her zu mir, die ihr einsam seid.- Kommt her zu mir, die ihr mit euch und euren Mitmenschen ins reine kommen wollt.- Kommt her zu mir, die ihr in eurem Leben keinen Sinn mehr seht, kein Anfang und kein Ziel.- „...ich will euch Ruhe schaffen“
So sagte Jesus: „Ich habe dich so sehr geliebt, dass ich mein Leben für dich ließ. Damit du keine Opfer bringen musst. Damit du gestärkt in deinen Alltag gehen kannst.“
Diesen Jesus schenkt uns Gott, diese Befreiung schenkt uns Gott – was für ein Geschenk, ... unbezahlbar.
Dieser Jesus hat zu Weihnachten symbolisch Geburtstag. Lasst uns mit ihm diese Party feiern.
Die Umfrage hat gezeigt, was das Bedürfnis vieler Menschen ist, und somit ist dieser Jesus unverzichtbar für uns.
Lasst uns daran denken, wenn wir uns gegenseitig beschenken und wenn uns, in der jährlich wiederkehrenden Story in der Kirche, der kleine Jesus vorgestellt – geschenkt wird.
Und lasst uns herausfinden, ob da mehr dran ist.
In diesem Sinne wünsche ich jedem ein wahrlich zur Besinnung kommendes Weihnachtsfest und einen gesegneten Jahreswechsel.
Euer Matthias
1 (Matthäusevangelium Kapitel 11 Vers 28; Zitat nach der Menge-Übersetzung. In der Lutherübersetzung heißt es: Kommt her zu mir alle, die ihr mühselig und beladen seid, ich will euch erquicken.)