anGEdacHt im März 2007

Ich weiß nicht, wer sich schon einmal die Mühe gemacht hat, über den Wert des menschlichen Lebens nachzudenken.
Klar, ich kann ganz ethisch korrekt sagen: „Das menschliche Leben ist sehr wertvoll und zu schützen.
Fertig, ...nächste Frage. Nun gut, aber das ist eine Aussage wie, „wenn die Sonne scheint, wird es warm“. Berührt mich genauso wenig, wenn ich im Keller sitze und das Tageslicht meide.
Schaut man sich hingegen die Nachrichten der letzten Tage und Wochen an, dann stößt man da auf folgende Meldungen:
Zwei Tote Jungen in einer Wohnung in Esslingen aufgefunden
17 jähriger, wegen 37fachen Mordversuch und 6facher Körperverletzung, bei Eröffnung des Berliner Hauptbahnhofs, verurteilt
Sieben Vietnamesen werden tot in einem Asiarestaurant aufgefunden
In Chemnitz wird ein Dönerverkäufer erstochen.
Kleiner Mitja in einer Gartenlaube im Wald bei Leipzig missbraucht und getötet aufgefunden

Alles Storys, die sich mehr oder weniger in unserer Nähe abspielten, nicht im fernen Irak oder in Afghanistan oder in den USA.
„Das menschliche Leben ist sehr wertvoll und zu schützen?
Wo war hier Schutz, wo die Betrachtung eines wertvollen Lebens?

Weiter hören wir:
ein gewisser Günther Buchheim, Autor von dem bekannten Film: „Das Boot“ ist gestorben
Georg Buschner ist im Alter von 81 Jahren verstorben, einer der größten Fußballer der DDR-Geschichte
Werner Hackmann Präsident der deutschen Fußballliga und DFB-Vizepräsident starb im Alter von 59 Jahren an einem Krebsleiden
Dr. Paul-Gerhard Schwesig: Dozent am Gnadauer Theologischen Seminar in Falkenberg, stirbt völlig unerwartet als Mit-fünfziger, absoluter Kenner der Bibel, Seelsorger und Wegbegleiter vieler junger Menschen

In jenen Fällen konnten erst recht keine Menschen mehr eingreifen, um das Leben zu schützen.
Vielleicht können wir selbst noch einige Beispiele anfügen - als Menschen ermordet wurden, oder plötzlich starben, vielleicht auch lebenssatt eingeschlafen sind.

Und für viele Menschen stellen sich Fragen wie: Was bleibt denn, wenn ich nicht mehr da bin?
Oder: Wofür habe ich gelebt? Bzw. Was passiert mit diesem Menschen, den wir so lieb hatten?

Da wird ein kleiner Mensch in die Welt gesetzt, macht erste Lebenserfahrungen und -begegnungen – vielleicht im Kindergarten. Und dann ist sein kurzes Leben schon zu Ende. „Was bleibt? Wo geht es hin?
An anderer Stelle folgte vielleicht noch die Schule, das Studium – so viel Wissen angeeignet, erste Liebe, - und dann plötzlich aus dem Leben gerissen. „Was bleibt, wo geht es hin?
Bei wiederum Anderen folgt noch das Familienleben, die Arbeit. Viel geleistet, noch mehr Wissen angeeignet und da kommt noch Lebenserfahrung hinzu, die so vielen Menschen weiterhelfen könnte. Mitten im Leben und dann plötzlich ist es aus. „Was bleibt? Wo geht es hin?
Und andere Menschen werden nach einem vielleicht erfüllten und langen Leben richtig alt.
Und sterben müde und lebenssatt. „Was bleibt? Und wo geht es hin?

Der Tod als Bestandteil des Lebens – oder vielmehr als Ende des Lebens?
Ein Psalmbeter drückt es vor Gott einmal wie folgt aus:
Lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf das wir klug werden.“1
Oder anders übersetzt: „Lehre uns, unsere Tage zählen, auf das wir ein weißes Herz erlangen.“

Das klingt so, als wüssten wir das nicht.
Es muss dem Menschen offenbar gelehrt werden. Ja, es muss uns eine Lehre sein, wenn wir fast täglich in den Nachrichten oder im Verwandten- und Bekanntenkreis von Todesnachrichten hören.

Doch irgendwie hören wir das sooft, gerade durch Kriege und Anschläge, dass wir regelrecht abgestumpft gegen solche Meldungen sind.

Der Tod als Bestandteil des Lebens. „...auf das wir klug werden“ - oder „...ein weißes Herz erlangen.
Sehe ich mein Leben an, dann stelle ich fest, dass ich offenbar nicht besonders schlau bin.
Denn wäre mir diese Erkenntnis mehr in Mark und Bein, ja tiefer in meinem Herzen, so würde das doch mehr Konsequenzen für mein Leben haben. Wie oft tue ich Dinge in meinem Leben, die so sinnlos sind? ...in meinen Gedanken über Menschen im gestalten meiner Freizeit. Wo suche ich nicht nach Gott, wann wird mir anderes zu wichtig?

Und vielleicht sollte sich jeder immer mal die Frage stellen: „Was wäre, wenn mein Leben heute zu Ende wäre?“ Die aktuellen Meldungen zeigen, wie schnell das gehen kann. Klar, manch einer glaubt nicht, dass er dann vor Gott steht. Was aber, wenn doch?

Ich bin der festen Überzeugung, dass das eintrifft, was die Bibel sagt, - das wir einst Rechenschaft geben müssen, über die Dinge, die in unserem Leben waren, oder auch nicht waren.
Nicht umsonst hat der Mensch einen Verstand und Intelligenz bekommen. Nicht umsonst kann er verantwortungsvoll handeln.
Was bleibt, wenn ich zur Verantwortung gezogen werde?
Bei dieser Fragestellung geht es sicher nicht um Panikmache oder Todesängste, vielmehr aber um einen reflektierten Blick auf unser Leben. All unser Begegnungen, all unser angehäuftes und sicher wertvolles Wissen, alle Lebenserfahrungen, all diese Dinge haben am Lebensende keinen Bestand mehr, sie vergehen. So gern man auch etwas davon mitnehmen möchte, oder weitergeben will.
Was bleibt, sind die Erfahrungen der Menschen, mit denen man Kontakt hatte. Das sind für den Einen oder Anderen vielleicht noch Werke die er vollbracht hat. Ja, es sind Erinnerungen, die aber genauso, wie alles andere, früher oder später verblassen oder spätestens mit dem Tod jener Kontaktmenschen ebenfalls erlischen.

Und was kommt nach dem Tod?
Über diese Frage haben sich unzählige Philosophen, Wissenschaftler und Theologen der unterschiedlichsten Religionen ausgelassen.
Auch gibt es hier diverse Erlebnisberichte von Menschen, die „kurz“ klinisch Tod waren und dann plötzlich zum Leben zurückkehrten.
Allen Spekulationen zum Trotz, hat sich aber dennoch die biblische Botschaft als ein tragfähiges und hoffnungsvolles Fundament für viele erwiesen.

Und in Anbetracht meines bisherigen Lebens, meiner vielen Erfahrungen mit dem auferstandenen
Jesus, kann ich nur noch mehr dafür plädieren, dem biblischen Zeugnis glauben zu schenken.
Brutalerweise steht da zwar, dass die Folge von Sünde der Tod ist, aber genauso heißt es auch: „Wer glaubt und getauft ist, hat das ewige Leben, wer aber nicht glaubt, hat das ewige Leben nicht."2
Wer also glaubt, das Jesus Christus der Sohn Gottes ist, der mich voller Liebe ansieht, dass er alle meine Rebellion gegen Gott, alle Schuld, alle Zerbrochenheit und alles – worauf der Tod als Strafe steht – auf sich nimmt, wer das glaubt, IHM alles bekennt und sich zu IHM bekennt, der hat das ewige Leben.
Der hat Frieden mit Gott. Gottes Ziel für uns ist die Ewigkeit, von der die Bibel sagt, dass es dort weder Tod, noch Leid noch Geschrei gibt.
Keine Reinkarnation in ein neues Leiden, kein Nirwana, sondern Frieden mit Gott und mit sich selbst. Ich glaube an diese biblische Wahrheit und habe Frieden.
Was bleibt, ist dann nur Gottes Wort, von dem wiederum die Bibel sagt:
Himmel und Erde werden vergehen, aber meine Worte werden nicht vergehen."3

Gott, lehre uns bedenken, dass wir sterben müssen, auf das wir klug werden.1
Wo willst und wirst du die Ewigkeit verbringen?
Hast du Frieden mit Gott?

Der Videoclip zur Andacht: [benötigt Flash]

Euer Matthias


1 Psalm 90.12
2 Markusevangelium 16.16
3 Matthäusevangelium 24.35