anGEdacHt im April 2007


Wer ist Gott? Ein fernes Wesen in einer unerreichbaren Galaxie?
Ist Gott einer, oder sind das viele Götter, die über die Welt herrschen?
Kann man Gott überhaupt personifizieren, oder ist Gott eine Kraft? Eine Energie? Oder an sich das Gute?


Das sind Fragen über die seit Jahrtausenden in aller Herren Länder diskutiert und philosophiert wird.
Doch wer (oder was) ist mein Gott? Das ist eine Frage, die mir kein anderer beantworten kann, die mir keiner abnimmt. Wenn mir diese Frage gestellt wird, muss ich mich positionieren.
Klar, viele Menschen sagen: „Ich habe keinen Gott und ich glaube auch an keinen.
Dann wird noch ein bisschen mit Marx und Darwin argumentiert und am Ende meint man jahrtausendealte Religionen widerlegt zu haben.
Doch fragt man genauer nach, so kann so ziemlich jeder definieren, was ein Gott ist und wie eine Beziehung zwischen Mensch und Gott aussehen könnte.
Na ein Gott ist einer, den ich ganz toll finde.“ oder: „Ein Gott ist einer mit ganz viel Macht“.
Unser Sprachgebrauch benutzt hier sogar ganz präzise Worte: „Da ist etwas göttlich, oder göttlicher Natur.“ „Da wird jemand vergöttert, oder zum Halbgott gemacht“ - was immer das auch sein mag. Wohl so etwas, wie ein Halbstarker?
Fakt ist, wen ich ganz toll finde, mit dem will ich auch so viel Zeit wie möglich verbringen.
Oder wenn mein bester Freund mein Auto ist, dann hängt da mein Herz ein ganzes Stück dran.
Bloß kein Kratzer rankommen lassen, und das da ja kein Anderer damit fährt.
Die Bibel drückt es mal recht präzise aus. Da heißt es: „Das, woran ich mein Herz hänge, das ist mein Gott.
Klar, keiner muss sich vorschreiben lassen, woran er sein Herz hängt. Doch halt, ich denke, dass jeder sich die Frage gefallen lassen sollte, ob es nicht etwas Besseres als einen toten Gegenstand, oder einen schwächelnden Star gibt, an den es sich lohnt sein Herz zu hängen.
Die großen Religionen haben, wenn ich es platt ausdrücke, eigentlich nichts anders gemacht.
So bieten zumindest das Christentum, das Judentum, der Islam jeweils einen allmächtigen Gott an, der eben nicht schwächelt. Der Buddhismus hingegen will vermitteln, dass ich meine eigenen Schwächen selbst überwinden könnte. Da dort aber nicht von einem Gott, allenfalls von Religionsführern die Rede ist, wird der Mensch eher selbst zum Gott, da die Lösung all seiner Probleme vielmehr in ihm läge. Und so bringt sich der Mensch doch wieder in eine Position, die er einfach wegen seines Menschseins – mit Schwächen und Macken, einfach nicht ausfüllen kann.

Der Islam redet von einem einzigen Gott, der allmächtig ist. Der unabhängig vom Denken und Handeln der Menschen herrscht. Er ist souverän und mit menschlichen Worten eigentlich gar nicht darzustellen, da jede Beschreibung eine Untertreibung seiner Größe wäre.
Diese Wahrnehmung des islamischen Gottes macht ihn aber in gewisser Weise unnahbar.
Denn so legt er den Menschen zwar jede Menge Richtlinien, Gesetze und Gebote auf, doch gibt er ihnen aber, selbst bei detailliertestem Einhalten, keine Gewissheit auf das Heil.
Einzig Mohammed, der Begründer des Islam, hat mit Gott tiefen persönlichen Kontakt gehabt.
Der muslimische Gott wird als einer beschrieben, der allgegenwärtig ist, gnädig und vom Menschen unabhängig.

Im Judentum zeigt sich ein Gott, der sich gleich ganz am Anfang der jüdischen Erzählungen Erzählungen dem Menschen bekannt macht. Er stellt sich als JHWH vor. Grundsätzlich heißt das nichts anderes als: „Ich bin da und werde mich nie ändern, ich bleibe der Gleiche.
Der jüdische Gott wird ebenfalls als einziger und allmächtiger Gott beschrieben.
Dieser Gott legt den Menschen, damals den Juden genauso jede Menge Gebote und Gesetze auf.
Diese betreffen allerdings nur sein Volk. Er begegnet, im Gegensatz zum Islam, mehreren Menschen und legt schon im Ersten Gebot dar, dass er eine Beziehung mit den Menschen will. (siehe anGEdacHt im Februar 2007) So gibt dieser Gott ebenfalls im gesetzlichen Rahmen die Möglichkeit zur Vergebung.

Im Christentum reden wir vom selben Gott wie die Juden.
Oft wird sogar alles in einen Topf geschmissen und behauptet, dass wäre auch derselbe Gott wie im Islam. Dem ist aber nicht so; zu unterschiedlich sind doch das Gottes- und Menschenbild und die historischen Fakten zwischen Bibel und Koran.
Der christliche Glaube schließt sich aber an die Schriften der jüdischen Tora (dem alten Testament der Bibel) an.Die Bibel erzählt von Jesus Christus, dem Sohn Gottes – dem menschgewordenen Gott.
Gott begegnet nun nicht mehr nur einzelnen, auserwählten Menschen, jetzt ist der Zugang zu Gott für jedermann offen. Gott wird in Jesus Christus persönlich. Nicht als verweichlichter Star, der zu negativen Schlagzeilen neigt, nichts mit Glamour & Sternchen, reich und doch unnahbar.
Nein, in Jesus sagt Gott zu jedem Menschen:
Kommt her zu mir alle, die ihr niedergedrückt und belastet seid: Ich will euch Ruhe schaffen1
Wie tief kann das Angebot eines Gottes noch sein?

Jetzt an Ostern steht dieses Angebot wieder besonders groß geschrieben. Denn dieser Gott ließ es sich etwas kosten. Er will unbedingt mit jedem Menschen in Beziehung treten. Und so stirbt dieser Jesus für alle Fehltritte und Schwächen am Kreuz.
In diesem Fall will er als Gott so viel Zeit wie möglich mit uns verbringen.
Warum wollen wir das nicht auch?
Doch es gibt, ganz ehrlich, auch hier ein aber. Er sagt im zweiten Teil, des ersten Gebot, also schon ganz am Anfang der Menschheitsgeschichte. „Du sollst keine anderen Götter neben mir haben!2
Er will der Einzigste sein.
Und mal ehrlich, bei dem breiten Angeboten von Göttern und 'Möchtegerngöttern' in unserer Gesellschaft, - wer kann ihm da diesen Anspruch verübeln.

Ich, als Mensch, habe mein Herz an alle möglichen und unmöglichen Dinge gehangen:
PC, Auto, Hobby, Prominente, etc. An vergängliche Dinge, die keinen Bestand haben. Sie gehen kaputt oder sind in ein paar Jahren vergessen.
Oder, ich habe mein Herz an einen Gott gehangen, der eigentlich gar nicht an mir interessiert ist.
Der mich nicht kennt, der mich nicht liebt, der mich nicht meint.

Und ich wiederhole die Frage vom Anfang:
Wer ist Gott?
Der biblische ist einer, der mich meint, mich kennt, nach mir fragt, an meinem Ergehen interessiert ist, der Zeit mit mir verbringen will und nicht zuletzt echte Vergebung schenken will.

Ich denke, es wird Zeit, Entscheidungen zu treffen.

Wer soll mein Gott sein?
An wen hänge ich mein Herz?
Wie erlebe ich Ostern?
Und eine neue Frage entsteht:
Was ist neues und erfülltes Leben?

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Gottes Gedanken über uns.
"Ich weiß wohl, was ich für Gedanken über euch habe, spricht der HERR: Gedanken des Friedens und nicht des Leides, dass ich euch gebe das Ende, das ihr erwartet." 3
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Euer Matthias


1 Matthäusevangelium Kapitel 11, Vers 28
2 2.Mose Kapitel 20, Vers 3
3 Jeremia Kapitel 29, Vers 11


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