anGEdacHt im Juni 2007
Oft finden sich Christen in Erklärungsnot wieder. Warum soll man denn diesem Jesus nachfolgen. Sehen wir uns doch nur mal an, was seine Kirche angerichtet hat.
Was für ein Gott muss das sein, wenn in seinem Namen getötet wird und alle Menschen zu Christen gemacht werden, ob sie wollen oder nicht....
... Und da fällt dann das Stichwort Kreuzzüge. Ach so, mutige Kreuzritter wurden in eine Art „heiligen Krieg“ gesandt, um für den christlichen Gott zu morden. Und um Israel und die angrenzenden Länder von den Muslimen zu befreien. Und das natürlich alles im Namen Gottes.
Was für ein Missbrauch seines Namens. Und ja zu Recht regt sich alle Welt und alle Glaubenskritiker darüber auf. Jene Motivation war damals gewiss nicht eine christliche, sondern viel mehr die der Macht.
So hat Jesus klar und deutlich gesagt, was er von Krieg hält. „Wer zum Schwert greift, soll durchs Schwert umkommen.“1 Und: „Selig sind die Friedenstifter“.2
So wird damals wie heute Missbrauch mit seinem Namen und Willen getrieben. Gott werden Dinge und Fakten in die Schuhe geschoben, die ganz gewiss nicht seinem Willen entsprechen.
So treten hier und da religiöse Führer auf, die meinen, im Namen Gottes zu heilen, oder im Namen Gottes eine neue Bewegung zu gründen oder etwas zu verkünden.
Treue zu seinem eigentlichen Wort, der Bibel, gibt es da hingegen eher nur selten.
Hat Gott einst gewusst, was alles angeblich in seinem Namen gesagt, getan oder angekündigt wird?
Das zweite Gebot scheint dies zumindest widerzuspiegeln.
Da heißt es: „Du sollst den Namen des Herrn, deines Gottes, nicht missbrauchen.“3
Ups... Das scheinen so manche Menschen in der Vergangenheit überlesen zu haben.
Berührt mich dieses Gebot eigentlich?
Naja, ich habe keinen Krieg im Namen Gottes geführt, ich maße mir auch nicht an, die göttliche Weisheit mit Löffeln gefressen zu haben.
Doch, wenn ich dieses Gebot ein zweites Mal lese, dann stelle ich fest, dass ich wohl auch zu jenen Menschen gehöre – zu denen, die zumindest SEINEN Namen hin und wieder, scheinbar zufällig, gebrauchen.
„Oh Gott – oh Gott“, heißt es da. Was wohl eher in Aufregung gesagt wird. Ebenso, „Ach Gottel nee“ oder „Ach Gottchen“.
Oder genauer „Oh mein Gott“ - und dann kennt man diesen Gott nicht einmal.
Und „Gott verdamm mich“ ist die krasseste Aussage. Diesen Fluch über sich selbst auszusprechen – ist das nicht unüberlegt? Keiner wöllte die Ausmaße wirklich an sich spüren.
Oft geht uns aber auch ein „Gott sei Dank“ über die Lippen. Aber meinen wir auch das, was wir sagen?
Dann kann dieser Satz doch auch in ein Gebet münden, oder?
Hinzu kommen solche Begriffe, wie „die Angebetete“, oder „vergöttern“.
Worte die eigentlich nur hinsichtlich des einen Gottes benutzt werden sollten.
Klar kann ich sagen: „Ach, das sind doch nur Wörter, das hat doch nix zusagen.“
Komisch nur, dass wir das nicht meinen, wenn Worte uns betreffen. Werden wir beleidigt, sind es auch nicht nur Worte – das tut weh. Bekommen wir Lob, fühlen wir uns gut – sind es da aber nur Worte?
So reden wir oft von und über Gott, ohne IHN wirklich zu meinen.
Wie sehr würde sich Gott doch freuen, wenn unsere Worte ihn tatsächlich als Adressaten hätten.
Und er will ernst gemeint werden, er will angesprochen werden, ja in persönlicher Beziehung zu uns stehen.
Klar, können wir vor Gott klagen – und quasi ein „Oh Gott“ in seine Richtung rufen.
Natürlich haben wir das, was wir sind und haben, IHM zu verdanken. Und sehen wir auf unsere mitteleuropäische Lebenssituation, dann kann ein „Gott sei Dank“ doch auch ernst gemeint sein.
„Du sollst den Namen deines HERRN nicht missbrauchen.“3
Oder aber auch: „Denke nach, was du sagst und rede nicht Worte, die du nicht meinst.“
Stattdessen: „Lass Gott weiter in deinem Wortschatz sein und rede mit IHM.“
„Lasset euch gesagt sein, es sei jeder Mensch schnell (bereit) zum Hören, langsam zum Reden und langsam zum Zorn.“4
Euer Matthias
1 Matthäusevangelium Kapitel 26 Vers 52 (Neues Testment)
2 Matthäusevangelium Kapitel 5 Vers 9
3 2. Buch Mose Kapitel 20 Vers 7 (Altes Testament) [in der Originalübersetzung: „Du sollst den Namen, des EWIGEN, deines Gottes, nicht zur Unwahrheit aussprechen; denn der EWIGE wird den nicht unbestraft lassen, der seinen Namen zur Unwahrheit ausspricht.“ (Tur-Sinai Übersetzung)]
4 Jakobusbrief Kapitel 1 Vers 19 (Neues Testament)