anGEdacHt im September 2007

Wolken und Blitze ziehen am Horizont auf, als ein Jugendlicher zu mir kommt und sagt: „Die haben eben in den Nachrichten für diese Nacht schwere Unwetter und Gewitter für ganz Brandenburg gemeldet.
Mir kommt es vor, als hätte ich einen Kloß im Hals. Was habe ich da nur wieder geplant. Auf einer Paddeljugendfreizeit im August diesen Jahres waren wir im Spreewald unterwegs. Diese Nacht stand eine Nachtpaddeltour auf dem Plan. Ich hatte zuvor eigentlich keine Bedenken. Doch jetzt, es ist dunkel und nun ziehen Gewitter auf, das ist lebensmüde...

...Eine gewisse Nervosität war bei allen im Vorfeld zu merken, nur bei mir nicht. Erst jetzt, als wir nach dem Bereitmachen der Boote in der Schleuse stehen, überfallen mich mächtige Zweifel.
Mein Kollege und ich haben die Verantwortung.
Die Jugendlichen könnten kentern, im Negativfall verletzt sich einer, und dann? Wir müssen über einen See, bei Gewitter, grenzt das an Selbstmord, nicht auszudenken, wenn dort einer kentert.
Singend und betend paddelten wir zwei Leiter voraus, immer ein Auge in den Himmel und eins in die Dunkelheit gerichtet. Immer im Gedanken an Gott und bei den Jugendlichen hinter uns.
Es blitze weiter...

Kurzer Blickwechsel:
Im Nachhinein finde ich in einer biblischen Geschichte Parallelen.
Jesus war mit seinen ersten Nachfolgern (seinen Jüngern) unterwegs - auf einem Boot. Sie hatten ebenfalls vor, einen großen See zu überqueren. Einen weitaus Größeren als in unserem Fall.
Jesus war nun offenbar von dem vielen Umherziehen müde geworden - er schlief ein.
Doch, oh Schreck, was war das? Plötzlich, tauchte so etwas wie eine Seehose auf - ein Windwirbel, die Wellen wurden höher und höher, schwabten über den Bootsrand. Das Boot drohte zu kentern und das weit draußen auf dem Wasser. Keiner hätte hier zur Hilfe kommen können.
Jesus, wach auf!!!“ Rüttelten die Jünger ihn. „Schlaf nicht, wir müssen was tun, sonst kippen wir um.“ Angst muss in ihren Worten hörbar und in ihren Augen sichtbar gewesen sein.
Jesus stand auf, zunächst ohne ein Wort zu sagen. Dann bedrohte er Wind und Wellen und alles legte sich. Es entstand ein große Stille. Und während die Münder der Jünger noch offen standen fragte Jesus: „Wo ist eurer Glaube?“ Die Jünger aber, waren baff und wunderten sich über Jesu Macht.

Wo ist mein Glaube...?“ Das fragte ich mich auch, als wir in der Schleuse waren. Und auch danach noch, als wir auf dem Kanal waren. Doch instinktiv und gewiss durch den Geist Gottes gelenkt, begannen wir zu beten, das Gott uns den richtigen Umkehrzeitpunkt mitteilen möge und sangen Lieder zu Gott. Die anfängliche Unruhe der Jugendlichen legte sich, sie kamen in einen Rhythmus. Und wir paddelten, .... und paddelten durch die Dunkelheit. An unseren Booten hatten wir Petroleumfackeln angebracht, dass eine schöne Nachtstimmung aufkam. Wir waren insgesamt 4 Stunden unterwegs, und vier Stunden blitze es, manchmal fast im Sekundentakt, am gesamt Horizont (ganze 360 Grad). Doch über uns war sternenklarer Himmel, nicht eine Wolke wagte den Weg über uns. Keiner kenterte und voller Stolz steuerten wir wieder in die Schleuse rein. Einer der Jugendlichen drückte es anschließend sehr treffend aus. „Es war, als ob Gott über uns den Himmel ausgeschnitten hätte, nur für uns.“

Und genauso war es. Es war ein Lektion für meinen Glauben.
Wir dürfen diesem, unseren Gott, der Himmel und Erde geschaffen hat und alles was darauf ist, alles zutrauen. Er ist allmächtig und wenn wir nach ihm fragen, dann wird er sich uns zeigen. Gott und sein Wirken ist real und erlebbar.

So spricht der HERR: „Ruf mich an in der Not, so will ich dich erretten!“ Psalm 50.15 (sogenannte Notrufnummer Gottes)
In diesem Sinne...


Euer Matthias