anGEdacHt im Dezember 2007

Ach - schon wieder Weihnachten.
Schon wieder das Fest mit dem bunten und süßen Zeugs. Und fast alle Leute spielen einen auf Harmonie. Und ab dem 27.12. kehrt der Alltag wieder ein.
Doch wie ist eigentlich das Weihnachtsfest entstanden? War das, weil genau zu diesem Zeitpunkt der Weihnachtsmann Geburtstag hatte. Oder halt nein, - die meisten wissen vielleicht noch, dass das eher der Geburtstag von Jesus war.
Dann sei aber folgende Frage erlaubt: „Warum feiern wir den Geburtstag von Jesus so spektakulär, wenn wir ihn sonst nicht so Ernst nehmen?
Oder ist das Weihnachten von heute, ein heidnisches Fest? ...weiterlesen...

Manche Leute behaupten ja, Weihnachten sei ein ins christliche eingedrunges, germanisches oder römisches, Fest. Neustens wird behauptet der Ursprung liege im Julfest, dem Wintersonnenwendfest.(jenes wurde aber erst im Jahre 940 von einem Hakon auf den 25.12. verlegt).
In der Vergangenheit deutscher Geschichte hat das Weihnachtsfest jede Menge Angriffe erleben müssen.
Wollte man im dritten Reich ein germanisches Lichterfest (hohe Nacht der klaren Sterne) daraus machen, war es im Sozialismus die Bestrebung eher das Fest des Tannenbaums hochleben zu lassen. Aus dem Weihnachtsmann sollte Väterchen Frost werden, aus der Weihnachtsgans die Wintergans und aus der Weihnachtspyramide das Figurenkarussell. Bis dahin, das aus Engeln Jahresendflügelfiguren gemacht wurden.
Nun denn, nichts der Gleichen hat sich durchgesetzt.

Weihnachten – ein deutsches Fest?
Weihnachten ist nicht in Deutschland (oder Germanien) entstanden.
Es kam fix und fertig nach Deutschland. So stellt es selbst das Handwörterbuch des deutschen Aberglaubens von 1938 dar.
Ungefähr seit dem 2. Jahrhundert, wird im Gebiet des heutigen Deutschland schon in Kirchen das Evangelium von Christi Geburt verlesen. Und in jenen Gebieten ist Weihnachten schon seit 1700 Jahren eines der christlichen Hauptfeste.
Im Jahre 813 wurde Weihnachten auf einer Mainzer Synode zu einem allgemeinen kirchlichen Feiertag erhoben.
Zu jenen Zeiten gab es schon lange keine Germanen mehr. Das römische Reich Deutscher Nation, war schon lange Bestandteil deutscher Entwicklung.
Das Wort „Weihnachten“ klingt dazu noch recht deutsch. Manche behaupten, der Ursprung läge hier in irgendwelchen geweihten Nächten und das im Zusammenhang mit heidnischen Bräuchen.
Fakt ist jedoch, dass es dafür keinerlei historische Belege gibt.
Einzig der bayrische Spruchdichter Spervogel erzählt in einem Gedicht von 1190 folgendes:
Er ist gewaltig und stark,
der zur geweihten Nacht geboren ward:
Das ist der heilige Christ.
Nur der Teufel nicht,
durch seinen großen Übermut
wurde ihm die Hölle zu Teil.

Eine begründetet heidnische Herkunft des Wortes gibt es nicht.

Beschreibungen in der Weihnachtsgeschichte zu Folge gab es einen großen Stern, der allen den Weg wies. Ein Komet wird es nicht gewesen sein, den hätte man eher als Vorzeichen von Unglück verstanden.
Die Ergebnisse der Untersuchungen von Johannes Kepler zeigten Folgendes: Er meinte, dass Jupiter und Saturn neun Monate eng beieinander gewandert seien. Dreimal am 29.Mai, am 3. Oktober und am 5. Dezember im Jahre sieben v. Chr. hätten sie direkt nebeneinander im Sternbild der Fische gestanden. Saturn galt als der Planet der Juden, der Jupiter als Herrscher- und Glücksplanet. Auch standen das Sternbild des Fisches in besonderer Beziehung zu den Juden. Eine solche Situation taucht nur einmal in tausend Jahren auf. Am Sternenhimmel von Bethlehem wäre dieses Ereignis besonders gut zu sehen gewesen.
Im biblischen Verständnis kommt noch hinzu, dass damit eine Verheißung (Ankündigung eines Versprechen Gottes) in Erfüllung ging. Denn schon im 4. Buch Mose im Kapitel 24 Vers 17 heißt es: „Es wird ein Stern aus Jakob (Region Bethlehem) aufgehen und ein Zepter (Herrschersymbol) aus Israel aufkommen.“ Für jeden Juden ist klar, was damit gemeint ist.

Im Jahre 335 ließ die Hl. Helena (Mutter von Konstantin den Großen) auf der Stelle der Geburtshöhle eine Kirche bauen. Es ist also stark zu vermuten, das seit jeher dort der Geburt Jesu gedacht wurde.

Zum Termin des heutigen Weihnachtsfestes:
Es sei zunächst gesagt, dass es keinen standesamtlichen Termin von Jesu Geburt gibt.
Jedoch lässt sich herausfinden, wie wir zum heutigen Termin gekommen sind:

In einem alten römischen Kalender (354 n. Chr.) heißt es: „Am 8.Tage vor den Kalenden des Januar ist Christus zu Bethlehem in Judäa geboren.
Das wäre dann der 25.12.

Biblische und historische Faktoren:
Fachleute haben errechnet, dass in dem Monat Tybi im Jahre 29 n.Chr. (im 15. Jahr des Tiberius) der 6. Januar auf den 24./oder 25. Dezember fiel.
Im Alten Testament, im Buch des Propheten Haggai wird ein Tempelweihfest beschrieben. (gemeint ist der jüdische Tempel in Jerusalem). Jenes fand am 24. des 9. Monats statt.
So heißt es im 2. Kapitel Vers 18:
Nun aber achtet doch darauf, wie es euch ergehen wird von diesem Tag an und fernerhin – vom 24 Tage des neunten Monats an- nämlich an dem Tag an, da der Tempel des HERRN gegründet ist.

Es gibt nun aber auch ein Tempelfest, das am 25. des 9. Monates stattfand und bis heute stattfindet.: das Chanukkafest, das makkabäische Tempelweihfest.
Das Fest findet im 9. Monat, im Kislew statt, das ist in etwa November/Dezember. Es wird seit den Makkabäern, also schon etwa 150 Jahre vor Christus, gefeiert.
Diese Daten sind genauer im 1.Makkabäerbuch Kap.4/50ff (Apokryphen des Alten Testamentes). beschrieben. Es heißt auch Lichterfest oder auch Weihetag (Jom Chanukka).
Zu jener Zeit war der Tempel von fremden Völkern entweiht und zerstört wurden.
Ein gewisser Serubabbels hat den Tempel aber auf Gottes Geheiß wieder aufbauen lassen.
Die Entweihung fand an einem 25. des neunten Monats statt. Und Jahre später an dem selben Tag, weihten sie den Tempel mit einem großen Fest wieder ein. Mit viel Schmuck, Musik und ganz vielen Lichtern. Der Tempel samt dem Altar war wiederhergestellt.

Und nun schauen wir zu Jesus, was sagte er über den Tempel?
Jesus sagt im Johannesevangelium Kap. 2 Vers 19: „Brecht diesen Tempel ab, und in drei Tagen will ich ihn aufrichten.“
Es gibt noch mehr Stellen, die Jesus mit dem Tempel in unmittelbaren Zusammenhang bringen (sowohl im alten, als auch im neuen Testament).
Doch jener Ausspruch reicht aus.
Als Jesus Christus am Karfreitag starb, wird beschrieben, dass im Tempel der Vorhang zum Allerheiligsten zerriss. Niemand, außer der oberste jüdische Geistliche (Hohepriester), durfte dort hinein (um Schuldvergebung fürs Volk zu erbitten). Denn die Gegenwart Gottes war dort so stark, dass es keiner überlebt hätte, wenn er auch nur einen Schritt ins „Allerheiligste“ gesetzt hätte.

Da nun Jesus von den Pharisäern und Schriftgelehrten (jüdische geistliche Riege) getötet (abgebrochen) wurde, stand er dennoch nach drei Tagen wieder auf (richtete sich wieder auf).

Jesus selbst ist der neue Tempel. Seit ihm gibt es kein Allerheiligstes mehr, zudem nur bestimmte Menschen Zutritt haben. Zu Gott dürfen alle Menschen gleichermaßen kommen.

Wurde am 25. des neunten Monats einst die Weihe (= Weihnachten) gefeiert, feiern wir quasi nun am 24./25.12 die Geburt des neuen Tempels „Jesus Christus“ - dem menschgewordenen Gott.
Jesus Christus ist, wie es einst der Tempel war, die Begegnung mit Gott selbst.
Und seit Ostern gilt das für alle Menschen.
Bei IHM finden wir die Vergebung aller unserer Schuld.
ER ist die Quelle aller Freude und allen Lichtes. ER bringt Licht ins Dunkel.
ER ist das Geschenk Gottes an die Menschen.
Und nur deshalb feiern wir am 24./25./26.12 das Weihnachtsfest.
Und deshalb lasst uns daran denken, wenn wir uns beschenken, dass zuerst Gott es war, der uns beschenkt hat.

Wir stellen also fest: Das Weihnachtsfest ist nicht auf irgendetwas Germanisches aufgesetzt, sondern vielmehr eine Vollendung eines jüdischen Festes, denn in jenem Glauben ist der christliche verwurzelt!

In diesem Sinne,
... ein gesegnetes und besinnliches Weihnachtsfest

Euer Matthias

Als Arbeitsvorlage diente mir das Buch: "Weihnachten - Glaube, Brauch und Entstehung des Christfestes" von Thomas Gandow; erschienen in der Müncher Reihe